Ins Ettenheimer Schwimmbad ist das Leben etwas zurückgekehrt, mit derzeit 800 erlaubten Badegästen pro Tag.
Der Schwimmbadverein bot ein neues Abend-Vergügen mit Grillfleisch und Musik.

(mm) Zum durchschlagenden Erfolg geriet vorigen Freitag Abend ein erster Grillabend im städtischen C.H.Jäger-Schwimmbad. Organisiert hatte den der gemeinnützige Schwimmbadverein. Dafür gab es in der Nähe des Kioskes abstandsgerechte Sitzplätze, viele Schwimmbadgäste zogen stattdessen vor, das erworbene frisch Gegrillte auf ihren eigenen Rasen-Badetüchern zu verzehren.

Kiosk-Betreiber Klaus Männer sorgte derweil dazu für kühle Getränke und auch zusätzliche heiße Pommes. Gerne arbeitet er bei solchen Anlässen mit dem Schwimmbadverein zusammen, „zufällig“ sitzt er dort seit Jahren schon mit im ehrenamtlichen Vorstand- nicht des eigenen Umsatzes halber, versteht sich. Sondern weil er als (er möge verzeihen) Schwimmbadfanatiker das beliebte Freibad mit Sonderaktionen noch attraktiver zu machen helfen will. Das ist das Credo von Vereins-Chefin Elisabeth Winkler: „Wir wollen das Bad mit seinem regional bekanntem Flair nach langer Corona- Einschränkung zusätzlich helfen, wieder zu beleben!“

Ihr Gatte Horst verwandelte am Abend ab 18 Uhr 32 Kilo Schweinenacken in rund 160 saftige Grill-Portionen. Derweil betätigte sich Gianfranco Marangi am Geländerand mit Lautsprecherhilfe als Sänger von überwiegend Oldies mit Rock- und Popeinschlägen. Derzeit arbeitet der ansonsten in der Schwimmbad- Putzkolonne, denn sein Musiker- Hauptberuf kam coronabedingt fast zum Erliegen. Marangi musizierte nur für einen kleinen herumgereichten Spenden-Hut. Denn: „Es war für mich einfach toll und schön, wie sich Erwachsene und auch viele Kinder darüber gefreut hatten.“ Etwa die Ettenheimer Familie Kaiser mit drei kleinen Kindern als Badegäste: „Es war alles andere als langweilig heute!“ Ein Teil ihres Nachwuchses hatte hier schon Schwimmkurse absolviert.

Von 800 noch digital angemeldeten Tages- Gästen waren am Freitag nahezu alle erschienen, neuerdings ohne vorher verlangtem Corona-Test (wir berichteten). Eine Blitzumfrage unter Besuchern ergab: Sie waren sämtlich begeistert vom Bade-Ambiente und besonders davon, endlich mal wieder unter erleichterten Regeln schwimmen, plantschen und sich auch mal selbst wieder sonnen-grillen zu können.

Das Freitagswetter machte trotz Gewittervorhersage prächtig mit. Später hatte Marangi per Gitarre im Kiosk-Bereich für besondere 40 Fans (abstandsgerecht) noch mal eins drauf gelegt. Elisabeth Winkler vermeldete nach Schwimmbad- und Grillfestende gegen 21.30 Uhr: „Wir sind glücklich, ausverkauft zu sein!“ Heißt: Mitsamt Spendenschwein hat der Schwimmbadverein am Freitag nahezu 400 Euro eingenommen. Die braucht er auch, denn derzeit sammelt er für einen komplett neuen Spielbereich am großen Sandkasten mit geschätzt 10.000 Euro Kosten. Knapp die Hälfte davon hat Verein mittlerweile beieinander, sprich, selbst aufgetrieben, aber der Rest fehlt noch. Deshalb wird weiter die Werbetrommel für den Verein gerührt, der dringend auch neue und jüngere Mitglieder rekrutieren möchte, um das geliebte Bad über städtische Bemühungen hinaus noch attraktiver als ohnehin gestalten zu können und auch noch mal in die Sponsoren- und Vereinswerbung einsteigen will. Nun ist angedacht, einen zweiten Grillabend im Sommer und zusätzlich noch einen ersten „Cocktail-Abend“ im Schwimmbad zu organisieren. Natürlich nur, sofern es die bislang entspannte Corana-Lage dann zu lässt. Übrigens hatten sich am Freitag am Corona-Testzelt vor dem Schwimmbad 78 Menschen in der Nase bohren lassen, obwohl die das Testergebnis für den Schwimmbad-Besuch nicht mehr brauchten. Hier gilt vorläufig weiterhin: Pro Tag dürfen 800 Gäste (ohne bisherige Halbtags-Schichten) hinein, wenn sie sich zuvor angemeldet hatten.

Die Badische Zeitung berichtete am 22.06.21 hier

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